Die Sache mit den Walkern...

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Die Sache mit den Walkern...

Beitragvon Frog Doc 77 am 22 Dez 2008, 01:04

Walken - die Kunst des Gehens oder auch: „Was soll der Blödsinn überhaupt?“

Für die nun folgenden Inhalte sei der eifrige Leser davor gewarnt, sich diese scherzhaft zu verstehende Abrechnung mit „des Runners liebsten Feindes – dem Walker“ zu Gemüte zu führen, sollte er tief in seinem Herzen ein solcher sein. Wir kennen derartige philosophische Auseinandersetzungen bereits zwischen Ski- und Snowboardfahrern, Motorrad und Autofahrern und – wir brauchen es nicht zu leugnen – zwischen Eintracht Frankfurt oder Bayern München. Sie alle bewegen sich jeweils im selben Element, doch gibt es da die kleinen aber feinen Unterschiede, die an dieser Stelle allemal ein wenig schwarzen Humor verdienen. Viel Spaß…

Wer kennt sie nicht: die beweglichen Bäume, die immer dort auftauchen, wo man sie am wenigsten haben möchte und einem beim Laufen erhobenen Hauptes rücksichtslos den Weg versperren, als würden sie nicht mitbekommen, dass echte Sportler versuchen, an ihnen vorbeizuziehen. Bei „Herr der Ringe“ finden diese Ungetüme die Bezeichnung Entz, im wahren Leben sind sie als Walker bekannt. Den Begriff hat übrigens Chuck Norris geprägt, da er in der gleichnamigen Fernsehserie als Texas Ranger auch alle seine Kontrahenten im vorbeigehen zur Verzweiflung treibt, und sie aus dem Weg räumt. Der einzige Unterschied zum gewöhnlichen Walker besteht darin, dass Chuck Norris tatsächlich einen Marathon gewonnen hat. Er beendete die Marathondistanz von 42,195 km offiziell bereits nach 2km gemütlichen Laufens und sicherte sich damit die ersten drei Plätze, denn für mehr als für ihn und sein Ego waren auf dem Siegerpodest keine Plätze mehr. Etwas verwunderlich war, dass drei der Veranstalter tot aufgefunden wurden - anscheinend wurde ihnen mit einem Barthaar die Kehle aufgeschlitzt. Die Tatwaffe wurde jedoch nie gefunden…

Nun genug vom großen Vorbild der gehenden Läufer, die dahinter stehende Motivation, es dem Meister gleich zu tun, dürfte ersichtlich sein. Der gemeine Walker, der immer dort aufzufinden ist, wo kein Mensch ihn haben will, zeichnet sich vorwiegend darin aus, recht unentschlossen zu sein. Gefangen im Zwiespalt - entweder spazieren zu gehen oder Sport zu treiben - entschied er sich für’s Walken, da er dachte, er könne Beides haben. Doch wie wurde er getäuscht… Der „schnelle“ Gang, das heftige Rudern mit den Armen und das atemlose Schnaufen sollen das Joggen simulieren, und da es sich ja um Sport handeln soll, ist es auch nicht erlaubt, die Landschaft zu genießen, so dass der Blick immer gen dem in der Ferne liegenden und einfach nicht näher kommen wollenden Ziel gerichtet ist. Völlig egal wie sehr man sich auch bemüht, eine Authentizität zum Verhalten der Läufer herzustellen, die an einem vorüberziehen: es stellen sich nicht wirklich Trainingserfolge ein, und von der Landschaft hat man auch nicht viel. Also wozu das Ganze?

Klar, der Hauptgrund: alle anderen auf der Strecke stressen... Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man zur gleichen Zeit von Läufern, Radfahrern, Spaziergängern, Omis mit Wägelchen als Gehhilfe und allen Waldbewohnern belächelt wird!
Dann hat Walken im Gegensatz zum Schlafen allerdings den Vorteil, dass man auch im wachen Zustand von einer Traumfigur und einer Top Kondition träumen kann.
Mal im Ernst: Walken ist natürlich sinnvoll, wenn man Laufeinsteiger ist, da es die Gelenke schont. Vor allem, wenn man Übergewicht hat, ist es eine sinnvolle Alternative, da beim Laufen ungefähr das Dreifache des Körpergewichts zum Tragen kommt. In diesem Fall langt ein schnelles Gehen schon für eine erhöhte Herzfrequenz und den erwünschten Kalorienverbrauch. Ob man nun direkt mit dem Laufen einsteigt oder erst mal eine Zeitlang walkt, ist natürlich individuell unterschiedlich. Ausschlaggebend sind die konditionellen und andere körperliche Grundvoraussetzungen. Am sinnvollsten ist es, vorher eine Laufanalyse durchführen zu lassen und sich dementsprechend auch einer Beratung zu unterziehen. Dabei kann auch der ideale Laufpuls ermittelt werden. Faustregel ist ja bekanntlich ein Tempo, bei welchem eine Unterhaltung möglich ist, ohne zu sehr außer Atem zu sein.
Walken ist auch eine gute Sache für zwischendurch, also während des Laufens. Gerade am Anfang sollte man sich nicht zu sehr verausgaben, und daher ist es durchaus sinnvoll Pausen einzulegen.

Auf die Frage, wie man sich vor dem Walken am Besten aufwärmt, würden einige böse Zungen vielleicht etwas verwundert antworten: „Indem man läuft?“. In der Regel dient Gehen ja eher der Abkühlung. An und für sich sind Dehnübungen natürlich nie verkehrt, und wenn man sich davor mit ein wenig Walking aufwärmt, macht das Ganze auch Sinn, denn sind wir doch mal ehrlich - man heizt ja auch nicht den Ofen vor, bevor man sich eine Pizza bestellt.

Also liebe Walker, nehmt das alles nicht so ernst - wir tun es ja auch nicht. Ihr habt Euren Weg gewählt (den Läufern den selbigen versperrt) und dass Ihr dazu steht bzw. geht (ist ja kein großer Unterschied) ist Euch hoch anzurechnen. Wenn Ihr aber echte Trainingserfolge erzielen wollt, dann kommt zurück in den deutschen Sprachgebrauch, macht „Schnelles Gehen“ daraus, und Ihr werdet sehen, dass sich auch signifikant etwas verändert. Schnelle Geher erreichen Geschwindigkeiten bis zu 15km/h und sorgen dafür, dass der Körper auch mitbekommt, dass er gefördert wird und die Leistung steigert und das Gewicht abnimmt.

Und wenn Ihr schon mal soweit seid, könnt Ihr auch gleich anfangen, zu laufen und der empörte Gesichtsausdruck nach dem Lesen dieses Textes wird einem leichten Lächeln und einem bestätigenden Kopfnicken weichen. Walken verbraucht zwar mehr Kalorien, als sich im Fernseher Fußball anzusehen, aber dort sieht man wenigstens echten Sport. Dann schon lieber ein Spaziergang im Park und die Natur genießen, oder wenn es unbedingt Walken sein muss, schnappt Euch die dänische Dogge eures Nachbarn und erlebt die wahre Kunst des schnellen Gehens, während „Rocky“ euch Gassi führt.
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Re: Die Sache mit den Walkern...

Beitragvon Patric am 22 Dez 2008, 10:35

Hallo FrogDoc,
Super-Beittrag, habe mich köstlich amüsiert !!!

Um noch ein paar Kohlen ins Feuer zu werfen, hier ein Zitat von Achim Achilles:

Weihnachten ist eine Erfindung der Walker: Nichtstun, hohl vor sich hin starren, fressen, dummes Zeug reden.


:twisted:
enjoy the distance.
Patric
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Re: Die Sache mit den Walkern...

Beitragvon wildatheart72 am 22 Dez 2008, 13:53

Witzisch! Danke für den Beitrag. :D
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